Artikel vom 13.04.2019

Eisbergmodell

Das Eisbergmodell geht unter anderem auf Sigmund Freud zurück. Das Modell soll die hohe Bedeutung der Kommunikationsanteile deutlich machen, die zunächst nicht offensichtlich sind.

Nach dem Eisbergmodell ist ca. 1/7 der Kommunikation direkt wahrnehmbar, dabei handelt es sich um den Teil, der auf der Sachebene gesendet wird. Ca. 6/7 sind nicht direkt wahrnehmbar, werden auf der Beziehungsebene gesendet und beeinflussen den Inhalt der Botschaft nachhaltig.

Sachebene

Auf der Sachebene werden die sichtbaren bzw. bewussten Anteile der Nachricht gesendet. Diese werden meistens sprachlich übertragen und geben den gesagten Inhalt der Nachricht wieder (vgl. Vier-Seiten-Modell Sachebene). Es werden zum Beispiel Daten, Fakten und Zahlen mitgeteilt. Die Sachebene ist auch das "Was der Kommunikation".

Beziehungsebene

Die unsichtbaren bzw. unbewussten Anteile der Nachricht werden auf der Beziehungsebene gesendet. Die Inhalte der Beziehungsebene können unter anderem Gefühle, Wahrnehmungen und der Wille sein. Sie werden durch Gestik, Mimik und den Tonfall übertragen und sind damit das "Wie" der Kommunikation.

Auswirkung auf die Praxis

Durch den hohen Anteil an Kommunikation, der auf der Beziehungsebene übertragen wird, besteht ein hohes Risiko für Konflikte und Missverständnisse. Sobald es Störungen auf der Beziehungsebene gibt, wirken sich diese nämlich auch auf die Sachebene aus.

Beispiel

Die Leitung einer Einrichtung tätigt gegenüber einem Teammitglied folgende Aussage:

"Ich hätte gerne, dass du dieses Mal das Elterngespräch führst."

Sachebene

Die Leitung möchte, dass das Teammitglied das Elterngespräch führt.

Die Beziehungsebene ist hingegen deutlich vielschichtiger. Die Aussage kann unterschiedlich gedeutet werden:

Interpretation 1: Ich bin sehr zufrieden mit deiner Arbeit und möchte dir die Möglichkeit geben, dieses Gespräch selbst zu führen.
Interpretation 2: Ich habe keine Lust auf das Gespräch und wälze das lieber auf dich ab.

Je nachdem, welches Verhältnis zwischen den beiden Personen herrscht, kann die Aussage sehr unterschiedlich aufgenommen werden.

Angenommen der Mitarbeiter fühlt sich komplett überlastet, die Leitung ist jedoch sehr zufrieden mit der Arbeit des Mitarbeiters und möchte ihm die Chance geben, auch die Lorbeeren für die Arbeit zu ernten. Zum Zeitpunkt der Aussage ist die Leitung gerade sehr in Eile und äußert sich in einem gereizten Tonfall.

Die Sachebene bleibt nach wie vor die gleiche. Aufgrund der unterschiedlichen Stimmungen auf der Beziehungsebene, wird die Aussage jedoch komplett unterschiedlich interpretiert.

Es fällt leicht, sich vorzustellen, dass der überlastete Mitarbeiter wenig glücklich mit der Situation ist. Und das, obwohl die Leitung ursprünglich eine ganz positive Intention hatte.

Tipps

In Teams, die mit den Erkenntnissen des Eisbergmodells arbeiten wollen, ist eine Grundvoraussetzung, dass alle das Modell in ihrem Bewusstsein haben, um auf dieser Grundlage einen geeigneten Umgang zur Verminderung von Missverständnissen und Konflikten untereinander zu entwickeln.

Einige Anregungen:

  • aktives Zuhören
  • Nutzen verständlicher Formulierungen
  • Bereitschaft nachzufragen
  • Einholung von Feedback
  • Beachtung persönlicher Hintergründe
  • Aufstellen von Kommunikations- und Verhaltensregeln

 

Quellen:

https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/pm-methoden-erklaert/das-eisbergmodell/

https://www.berufsstrategie.de/bewerbung-karriere-soft-skills/kommunikationsmodelle-eisberg-modell.php

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