Artikel vom 07.01.2019

Kanban-Board Teil 2

Nachdem ich in Teil 1 auf den Aufbau und den grundsätzlichen Ablauf des Kanban-Boards eingegangen bin, möchte ich mit diesem Artikel mögliche Einsatzfelder vorstellen und einen Überblick über die Vor- und Nachteile dieser Methode geben.

Mögliche Einsatzbereiche

Klassische To-Do-Liste

Eine Möglichkeit der Nutzung des Kanban-Boards ist, als klassische To-Do-Liste. Jedes Teammitglied hat wie in Teil 1 beschrieben eine eigene Farbe, welche seine Aufgaben kennzeichnet. Die Anzahl der Aufgaben sollte pro Teammitglied begrenzt sein, wie schon in Teil 1 erwähnt. Bei der Auswahl der Aufgaben ist meiner Meinung nach nur eine Sache zu beachten: der Aufwand eine Aufgabe auf dem Kanban-Board zu erfassen sollte im Verhältnis zur Aufgabe stehen, die zu erledigen ist. Das bedeutet, wenn jemand den Müll rausbringen soll, ist das im Normalfall keine Aufgabe, die meiner Meinung nach auf dem Kanban-Board erfasst werden sollte, da der Aufwand einen Zettel zu schreiben und diesen entsprechend umzuhängen nicht im Verhältnis dazu steht, wie lange es dauert den Müll einfach rauszubringen.

Projekte

Eine weitere Möglichkeit ist es Projekte mit dem Kanban-Board zu bearbeiten. Hierfür ist es ggf. notwendig das Kanban-Board entsprechend der Bedürfnisse zu erweitern, d.h. in dem Bereich "Bearbeitung" evtl. weitere Spalten einzufügen. Bei Projekten an denen mehrere Teammitglieder oder Arbeitsgruppen mitarbeiten, ist das PULL-Prinzip zu beachten. Um zu vermeiden, dass sich die Aufgaben bei einer Person bzw. einer Arbeitsgruppe stauen, holt sich jede Person/Gruppe ihre Aufgaben bei der Vorgängerperson/-gruppe ab, wodurch nie mehr als die maximale Anzahl an Aufgaben bei einer Person oder Gruppe ist. Durch diesen Austausch miteinander wird auch schnell deutlich wo ggf. Unterstützung oder eine Umstrukturierung notwendig ist.

Individuell

Es ist ebenfalls möglich, dass Kanban-Board als individuelle To-Do-Liste zu benutzen. Ich persönliche nutze es für die To-Do´s, die einen größeren Umfang haben. Zusätzlich benutze ich für verschiedene Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Sport/Gesundheit usw.) verschiedene Farben um eine Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Für mein individuelles Kanban-Board habe ich mir folgende Regeln aufgestellt:

  • Maximal sechs Aufgaben/Projekte in der Warteschlange
  • Maximal eine Aufgabe/Projekt in Bearbeitung
    • da einige Aufgaben/Projekte nicht komplett bearbeitet werden können, teile ich diese dann auf mehrere kleine auf

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

  • Visualisierung des aktuellen Stands
  • durch begrenzte Anzahl an Aufgaben keine Stauung bei der Bearbeitung
  • bietet Anlass zum Austausch, wenn es offen angebracht ist
  • Zusammenarbeit bei anderen Aufgaben (außerhalb von Kanban) wird verbessert
  • regt zur selbstständigen Arbeit an, da eine Aufgabe jederzeit begonnen werden kann
  • jeder kann darauf zugreifen - dadurch können Aufgaben verloren gehen
  • deckt Schwachstellen auf - dadurch können Minimalisten "enttarnt" werden - das kann zur Ablehnung der Methode führen
  • eher für kleinere Teams, da sonst die Übersichtlichkeit schnell leidet
        •  

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