Artikel vom 24.11.2018

Wie entwickelt sich ein Team? Teil 2

In Teil 1 bin ich auf die beiden ersten Phasen des Modells von Francis & Young eingegangen. In diesem Teil geht es um die Phasen drei und vier und darum dieses theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.

3. Organisationsphase (Norming)

In dieser Phase beginnt das Team zu reifen. Wenn Positionen und Aufgaben bis jetzt noch nicht vergeben sind, erfolgt die Verteilung konstruktiver, als in der Positionierungsphase. Es entsteht eine Zusammenarbeit im Team.Aus den Krisen und Konflikten, die es in der Positionierungsphase noch gab, entsteht nun der Wunsch einer gemeinsamen Zusammenarbeit und dadurch auch eine Teamidentität. Es entsteht das Gefühl, dass alle gemeinsam in eine Richtung wollen.

Teammitglieder vertreten nun auch ihre Standpunkte im Team und konfrontieren die Kollegen mit ihrer Meinung. Eine Kultur des konstruktiven Feedbacks ist entstanden, wodurch sich das Team im Umgang miteinander immer weiterentwickelt.

4. Arbeitsphase (Performing)

In der Arbeitsphase angekommen ist das Team zu einer echten Zusammenarbeit in der Lage. Ideen werden gemeinsam entwickelt und lösungsorientiert umgesetzt. Der Umgang miteinander ist wertschätzend. Die Kommunikation zeichnet sich durch Vertrauen und Offenheit aus. Durch Routinen in den Arbeitsabläufen steigt die Effektivität und das Team ist in der Lage Aufgaben und Ziele gemeinsam wahrzunehmen.

Teams in dieser Phase werden von außen als "echtes" und leistungsfähiges Team wahrgenommen.

Transfer in die Praxis

Nachdem ich die vier Phasen beschrieben habe, stelle ich nun einen Transfer zur Praxis her. Ich werde hier auf die Möglichkeiten der Begleitung in den verschiedene Phasen eingehen.

In der Orientierungsphase möchte ich zwei Situationen unterscheiden. Zum einen die Situation wenn nur eine Person neu in ein Team kommt und zum anderen wenn ein komplett neues Team aufgestellt wird.

Kommt eine Person neu in ein Team sollte der erste Schritt sein, diese Person offen zu empfangen. Das Mitlaufen bei einem erfahrenen Kollegen hat sich gerade in den ersten Tagen immer wieder bewährt. So hat der Neue/die Neue die Möglichkeit die Arbeitsweise kennenzulernen und viele Fragen können direkt beim bzw. nach dem Mitlaufen gestellt und im Idealfall auch beantwortet werden. Daran anschließen sollte eine strukturierte, sorgfältige Einarbeitung. Diese Einarbeitung ist gerade in vielen größeren Unternehmen standardisiert und damit Teil des Konzeptes. Meiner Meinung nach sollten sich Teams bereits über die Art der Einarbeitung von neuen Kollegen Gedanken machen, bevor eine solche Einarbeitung ansteht.

Wird ein komplett neues Team zusammengestellt braucht dieses vor allem Zeit. Zeit um sich untereinander kennenzulernen, in die Arbeitsabläufe hinein zu finden, sich regelmäßig auszutauschen usw. Zudem sollte die Teamfindung durch zusätzliche Maßnahmen zum Beispiel zur Teamentwicklung unterstützt werden.

In der Positionierungsphase ist es meiner Meinung nach unerlässlich das Team aktiv zu unterstützen, indem zum Beispiel auftretende Konflikte durch die Moderation einer externen Fachkraft aufgegriffen und bestmöglich gelöst werden. Neben regelmäßigen Teamsitzungen kann ich, vor allem in dieser Phase, eine (ebenfalls regelmäßige) Team-Supervision nur empfehlen.

In der Organisations- bzw. Arbeitsphase kann die kooperative Zusammenarbeit des Teams zum einen durch Teamsitzungen als auch durch langfristig angelegte Teamentwicklungsmaßnahmen unterstützt werden. Bei Teams in der Arbeitsphase sollten Teamsitzungen bereits fest etabliert sein und als selbstverständlich gelten.

ÜbersichtEinträge

28.04.2020

Ich find´s scheiße, was du machst aber ich steh zu dir

Die letzte Ebene der Haltungs- und Handlungsaspekte ist nach meiner persönlichen Wahrnehmung die Ebene, die vielen Beziehungsverantwortlichen gerade in Krisen in der Umsetzung am schwersten f&aum ... weiterlesen

21.04.2020

Jeder braucht ein Gegenüber

Die Neue Autorität geht zurück auf den gewaltfreien Widerstand von Mahatma Ghandi. Deshalb ist es nur logisch, dass der Haltungs- und Handlungsaspekt „Protest/Gegenüber/Widerstand ... weiterlesen

14.04.2020

Gemeinsam statt Einsam

Ich werde die Ideen aus Transparenz und Öffentlichkeit als Haltung leben hier weiter aufnehmen und auf den Haltungs- und Handlungsaspekt „Unterstützung/Netzwerk“ beziehen. Wie b ... weiterlesen

07.04.2020

Transparenz und Öffentlichkeit als Haltung leben

Ein menschliches Verhalten, welches wahrscheinlich viele von euch kennen, ist folgendes. Menschen neigen dazu, über eigene Probleme wenig zu sprechen. Je größer das Problem wird, desto ... weiterlesen

31.03.2020

Selbstführung oder "Das Eisen schmieden, wenn es kalt ist."

Nachdem ich im letzten Artikel „Haltung als Basis für die Handlung“ den ersten von sechs Artikeln zu den Haltungs- und Handlungsaspekten der Neuen Autorität geschrieben habe, kom ... weiterlesen

24.03.2020

Haltung als Basis für die Handlung

In diesem Beitrag möchte ich den ersten von sechs Handlungsaspekten näher beleuchten. Grundsätzlich steht am Beginn die Entscheidung des Beziehungsverantwortlichen, die Verantwortung f ... weiterlesen

17.03.2020

Präsenz - Mehr als körperlich da sein! Teil 3

In Teil 3 zum Thema Präsenz stelle ich die beiden verbleibenden Präsenzebenen vor. Internale Präsenz (Erleben von Selbstkontrolle) Die Selbstkontrolle gerade in herausfordernden Situa ... weiterlesen

10.03.2020

Präsenz - Mehr als körperlich da sein! Teil 2

In diesem Artikel werde ich auf drei weitere Präsenzebenen eingehen. Pragmatische Präsenz (Erleben eigener Handlungskompetenz) In der Ebene der pragmatischen Präsenz ist das Ziel, auc ... weiterlesen

03.03.2020

Präsenz - Mehr als körperlich da sein! Teil 1

Nachdem ich im Blogartikel vom 25.02.2020 eine erste Übersicht über die Haltung der Neuen Autorität gegeben habe, möchte ich heute näher auf die Präsenz eingehen. Wie in ... weiterlesen

25.02.2020

Neue Autorität - Was ist das?

Was sind die ersten Bilder, die dir in den Kopf kommen, wenn du an „Autorität“ denkst? Bei mir waren das lange Zeit Wörter wie Gehorsamkeit, Kontrolle oder Strafen. Im August 20 ... weiterlesen

13.04.2019

Eisbergmodell

Das Eisbergmodell geht unter anderem auf Sigmund Freud zurück. Das Modell soll die hohe Bedeutung der Kommunikationsanteile deutlich machen, die zunächst nicht offensichtlich sind. Nach dem ... weiterlesen

07.02.2019

Konflikte verstehen und erfolgreich lösen Teil 3

Die Konfliktmatrix dient zur Vorbereitung von Konfliktgesprächen. Ziel ist es einzelne Aspekte des Gesprächs im vorweg zu betrachten, um im Gespräch auf diese oder ähnliche Punkte ... weiterlesen

19.01.2019

Konflikte verstehen und erfolgreich lösen Teil 2

Nachdem ich in Teil 1 einige Grundlagen zum Bereich Konflikte beschrieben habe, stelle ich in diesem Teil eine Methode zur Konfliktbearbeitung vor. Die "3 Schritte der Problemansprache" ist eine Meth ... weiterlesen

15.01.2019

Konflikte verstehen und erfolgreich lösen Teil 1

In der heutigen Gesellschaften kommt man jeden Tag mit Konflikten in Berührung, sei es durch Konflikte im direkten Umfeld mit dem Partner, der Familie, im Berufsleben oder durch Konflikte, die &o ... weiterlesen

11.01.2019

Ziele sind SMART

Das SMART-Modell ist ein Klassiker, wenn es darum geht Ziele richtig zu formulieren. In vielen Seminaren und Weiterbildungen wird es als Grundlage ausführlich besprochen. Merkwürdig finde i ... weiterlesen

07.01.2019

Kanban-Board Teil 2

Nachdem ich in Teil 1 auf den Aufbau und den grundsätzlichen Ablauf des Kanban-Boards eingegangen bin, möchte ich mit diesem Artikel mögliche Einsatzfelder vorstellen und einen Übe ... weiterlesen

03.01.2019

Kanban-Board Teil 1

Das Kanban-Board ist eine Variante der klassischen To-Do-Liste, die in Japan entwickelt wurde. In den 1940er Jahren hat der Autohersteller Toyota mit Hilfe der Kanban-Methode versucht die Lagerbest&au ... weiterlesen

30.12.2018

Welche Merkmale braucht ein Team? Teil 3

Im abschließenden dritten Teil behandle ich die Merkmale "WIR-Gefühl", "Gemeinsame Werte" und "Gemeinsame Ziele". WIR-Gefühl Das Zusammengehörigkeitsgefühl eines Teams wird ... weiterlesen

26.12.2018

Welche Merkmale braucht ein Team? Teil 2

Nachdem es in Teil 1 neben den Rahmenbedingungen um die Gruppengröße und die Möglichkeit der Zusammenarbeit ging, sollen in diesem Teil Führung und Kommunikation im Fokus stehen. ... weiterlesen

22.12.2018

Welche Merkmale braucht ein Team? Teil 1

In letzter Zeit habe ich mich mehrfach mit der Frage beschäftigt: "Welche Bedingungen bzw. Merkmale braucht ein funktionierendes Team?" Dabei bin ich auf 8 Merkmale gekommen, die ich in meinen n& ... weiterlesen

12.12.2018

Teamsitzung Methoden Teil 2

Im heutigen Beitrag stelle ich zwei Methoden zur Ideenfindung in Teamsitzungen vor. 6-3-5 Methode (Brainwriting) Diese Methode wurde 1968 von Prof. Bernd Rohrbach als Kreativitätstechnik zur Id ... weiterlesen

08.12.2018

Teamsitzung - Methoden Teil 1

Nachdem ich vor einiger Zeit die Themenfindung für eine Teamsitzung und die Grundlagen einer Teamsitzung vorgestellt habe, beschäftige ich mich heute mit Methoden, die in einer Teamsitzung e ... weiterlesen

30.11.2018

Eine Nachricht, viele Botschaften Teil 3

Im letzten Teil gehe ich zum einen auf die vierte Seite ein, die sich mit dem Thema Selbstkundgabe bzw. Selbstoffenbarung beschäftigt, und stelle zum anderen den Bezug zum realen Leben her. Selb ... weiterlesen

28.11.2018

Eine Nachricht, viele Botschaften Teil 2

Nachdem ich in Teil 1 die Sachebene erläutert habe, möchte ich in diesem Teil die Appell- und Beziehungsseite vorstellen. Appellseite Auf der Appellseite werden Botschaften gesendet, die d ... weiterlesen

26.11.2018

Eine Nachricht, viele Botschaften Teil 1

Jeder kennt das. Ich bin mit einer Person im Gespräch. Es gibt Gespräche, die laufen super und ich bin mit meinem Gesprächspartner auf einer Wellenlänge und es gibt Gespräche ... weiterlesen

24.11.2018

Wie entwickelt sich ein Team? Teil 2

In Teil 1 bin ich auf die beiden ersten Phasen des Modells von Francis & Young eingegangen. In diesem Teil geht es um die Phasen drei und vier und darum dieses theoretische Wissen in die Praxis um ... weiterlesen

22.11.2018

Wie entwickelt sich ein Team? Teil 1

Teams sind dauerhaft im Wandel. Manchmal kommen neue Teammitglieder dazu, manchmal scheiden Teammitglieder aus. Teams, die über Jahre in der gleichen Konstellation zusammen sind, gehören ehe ... weiterlesen

20.11.2018

6 K der Kommunikation

In der Teamkommunikation sind einige Punkte zu beachten, damit meine Aussage bei meinen Teammitgliedern ankommt. Damit bei meinem Gesprächspartner keine Unsicherheiten aufkommen, können mir ... weiterlesen

18.11.2018

Grundsätzliche Gedanken zur Teamsitzung

"Gute" Teamsitzungen sind nach meiner Meinung ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine funktionierende Zusammenarbeit in jedem Team. Durch eigene Erfahrung und den Austausch mit Menschen aus den vers ... weiterlesen

16.11.2018

Vorbereitung einer Teamsitzung durch einen Themenspeicher

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass alle Teammitglieder die Möglichkeit haben sollen Themen für eine Teamsitzung vorzuschlagen. In meinem Team verwenden wir zur Themenfindung einen ... weiterlesen

14.11.2018

Johari-Fenster

Das „Johari-Fenster“ ist ein Kommunikationsmodell mit dem Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch dargestellt werden. Es wurde 1955 von den US-amerikanischen Sozialpsycho ... weiterlesen

Kontakt

Kay Schiefelbein
An der Beek 4a
24852 Eggebek

mobil: 0152-535 848 89
E-Mail: info_at_td-ks.de
web: www.td-ks.de

 

©2020 °° zweikreis.de :: mediendesign