Artikel vom 26.11.2018

Eine Nachricht, viele Botschaften Teil 1

Jeder kennt das. Ich bin mit einer Person im Gespräch. Es gibt Gespräche, die laufen super und ich bin mit meinem Gesprächspartner auf einer Wellenlänge und es gibt Gespräche bei denen meine Gesprächspartner und ich gefühlt/scheinbar die ganze Zeit aneinander vorbei reden. Woran liegt das? Zur Klärung dieser Frage kann man das Kommunikationsquadrat heranziehen, welches von Friedemann Schulz von Thun entwickelt wurde. Dieses Modell werde ich in den folgenden drei Blogbeiträgen näher vorstellen und zudem in Teil 3 den Bezug von der Theorie ins reale Leben herstellen.

Um im weiteren Verlauf meiner Beiträge Klarheit in die Begrifflichkeiten zu bringen, möchte ich zunächst auf den Unterschied zwischen Nachricht und Botschaft eingehen.

Nachricht

Eine Nachricht wird sowohl verbal und nonverbal geäußert. Grundsätzlich kann man zwei Typen von Nachrichten unterscheiden: die kongruenten und inkongruenten Nachrichten.

Bei kongruenten Nachrichten passen der verbale und nonverbale Teil zusammen. Hierzu ein Beispiel: Eine Person ist traurig, sie weint, dabei sind ihre Mundwinkel nach unten gezogen. Sie sage: "Mir geht es nicht gut." Jedem wird schnell klar: Diese Person muss traurig sein.

Bei inkongruenten Nachrichten passen der verbale und nonverbale Teil nicht zusammen. Auch hier ein kleines Beispiel. Eine Person strahlt, steht aufrecht und lächelt, dabei sagt sie: "Ich hasse mein Leben!". In dieser Situation passen der verbale und nonverbale Teil nicht zusammen, wodurch der Gesprächspartner nicht auf Anhieb sagen kann, wie es seinem Gegenüber wirklich geht.

Botschaft

Jede Nachricht kann mehrere Botschaften enthalten, hier wird zwischen expliziten und impliziten Botschaften unterschieden.

Bei expliziten Botschaften spricht der Sender genau das aus, was er gerne mitteilen möchte. Zum Beispiel kann ich jemandem mitteilen was ich von ihm halte, indem ich im sage: "Ich mag dich nicht!".

Bei impliziten Botschaften sagt der Sender nicht, was er gerne mitteilen möchte. Er teilt seinem Gegenüber z.B. durch den Tonfall,die Formulierung oder ein "oben herab behandeln" deutlich mit, dass er ihn nicht mag. Dabei ist es nicht notwendig ein Wort darüber zu verlieren, dass er diese Person nicht mag.

 

Das Kommunikationsquadrat umfasst vier Seiten - Die vier Seiten einer Nachricht. Nach diesem Modell kann jede Nachricht auf vier Ebenen gesendet werden: der Sachebene, der Apell, die Beziehungsseite und die Selbstoffenbarung.

Sachebene

Bei der Sachebene handelt es sich um eine explizite Botschaft, in welcher der Sender über den Gesprächsinhalt informieren möchte.

Stellen Sie sich vor, dass Sie mit ihrem Partner/ihrer Partnerin im Auto an der Ampel stehen; Sie sitzen auf dem Beifahrersitz und ihr Partner fährt. Die Ampel springt von rot auf grün. Sie sagen nun zu ihrem Partner: "Es ist grün." Wenn Sie auf der Sachebene sprechen, dann wollen Sie ihren Partner darüber informieren, dass die Ampel grün ist.

In Teil 2 gehe ich darauf ein, welche Informationen Sie mit dieser Aussage noch an ihren Partner übermitteln können, indem ich die Apell- und Beziehungsseite einer Nachricht näher erkläre.

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