Artikel vom 12.12.2018

Teamsitzung Methoden Teil 2

Im heutigen Beitrag stelle ich zwei Methoden zur Ideenfindung in Teamsitzungen vor.

6-3-5 Methode (Brainwriting)

Diese Methode wurde 1968 von Prof. Bernd Rohrbach als Kreativitätstechnik zur Ideenfindung entwickelt. Ursprünglich wurde diese Methode für 6 Personen konzipiert, die jeweils 3 Ideen aufschreiben, welche jeweils 5 mal weiterentwickelt werden.

Das Ziel der Methode liegt darin, eine große Anzahl an Ideen zu sammeln. Natürlich ist es auch möglich, dass mehr als 6 Personen mitwirken, dabei sieht aber nicht jede Person jede Idee (was auch gar nicht notwendig ist). Letztlich geht es darum möglichst viele Ideen zu sammeln, und nicht darum, dass jede Person jede Idee gesehen hat.

Ablauf

  1. Die Problemstellung / die Frage wird in dem entsprechenden Feld auf dem Arbeitsblatt notiert.
  2. Je nach Umfang des Problems / der Frage legt der Moderator eine Zeitspanne fest, wann das Arbeitsblatt weitergeben wird (im Regelfall 3-5 Minuten).
  3. Jede Person trägt in der ersten Zeile seine drei Ideen zur Lösung ein. Nach Ablauf der Zeit wird das Blatt im Uhrzeigersinn an der nächste Teammitglied weitergegeben.
  4. Nun hat jede Person ein Arbeitsblatt, auf welchem drei Ideen stehen. Diese versucht sie nun weiterzuentwickeln bzw. zu ergänzen.
  5. Nach dem Ablauf der Zeit wird das Blatt wieder im Uhrzeigersinn weitergegeben. Dieser Vorgang wird insgesamt fünfmal wiederholt.
  6. Im Anschluss gibt es mehrere Möglichkeiten der Weiterarbeit.
    1. Alle Ideen werden gemeinsam im Team besprochen und in einer Diskussion wird über das weitere Vorgehen entschieden.
    2. Die Arbeitsblätter werden an die Wand gehängt. Jede Person schaut sich nun die Ideen an und trifft eine persönliche Grobauswahl von etwa 2 bis 5 Ideen, welche auf eine Moderationskarte geschrieben werden.

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • Durch die hohe Effizienz werden innerhalb kurzer Zeit viele Ideen entwickelt (bei 6 Personen 108 Ideen)
  • Trennung der Idee von der Person
  • ohne große Vorbereitung und ohne Vorerfahrung durchführbar
  • Jede Person kann/muss sich einbringen
  • Diese Methode - wie z.B. auch Brainstorming - ist nur bedingt kreativ, da es zu einer Aufzählung von "bekannten" Ideen kommen kann

Kollektives Notizbuch

Das "Collective Notebook" wurde von Charles Clark erfunden. Diese Methode wird über einen Zeitraum von zwei bis fünf Wochen durchgeführt. Es stellt eine besondere Form des Brainwritings dar, da die gegenseitige Anregung zur Ideenproduktion nicht bei gleichzeitiger Anwesenheit der Personen stattfindet.

Ablauf

Jede Person erhält den Auftrag in einem gemeinsamen Notizbuch über einen längeren Zeitraum seine Ideen und Gedanken schriftlich festzuhalten.

Auf den ersten Seiten des Notizbuchs wird die Herausforderung beschrieben. Das Buch liegt an einer zentralen, für alle erreichbaren Stelle im Unternehmen / der Einrichtung. Es kann sinnvoll sein, dass jede Person verpflichtet wird täglich das Notizbuch zu sichten, selbst wenn sie keine neuen Ideen hat. Ist die tägliche Sichtung verpflIchtend, kann dieses mit einem Sichtvermerk gekennzeichnet werden.

Die Methode teilt sich grundsätzlich in folgende Schritte:

Schritt 1 - Vorbereitungsphase

  • Problemstellung formulieren
  • Notizbuch vorbereiten

Schritt 2 - Durchführungsphase

  • Notizbuch nutzen um Ideen, Gedanken und Anregungen zu notieren
  • tägliche Sichtung

Schritt 3 - Zusammenfassung und Resümee

  • Notizen durchsehen
  • Zusammenfassung erstellen
  • Grundvorschläge zur Lösung entwickeln
  • Weiterarbeit in Teamsitzung oder Arbeitsgruppen

Variante

Als Variante zur ursprünglichen Methode erhält jede Person ein eigenes Notizbuch als täglichen Begleiter. Dieses Buch sollte jeder, wenn möglich, immer bei sich tragen, um spontan aufkommende Ideen sofort festzuhalten.

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • keine gegenseitige Beeinflussung der Teammitglieder
  • Anwesenheit aller ist nicht erforderlich
  • Ideen werden dann gesammelt, wenn sie entstehen
  • langer Zeitraum (eignet sich also nur für langfristige Herausforderungen)
  • hohe Disziplin notwendig

 

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